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6 Jahre DSGVO: Was die Datenschutz-Regeln gebracht haben

Seit dem 25.05.2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Wie Verbraucher und Unternehmen nach sechs Jahren auf die Datenschutz-Regeln blicken.

Seit dem 25.05.2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Erstmals wird europaweit einheitlich geregelt, wie Unternehmen mit personenbezogenen Daten umgehen dürfen. Wie Verbraucher und Unternehmen nach sechs Jahren auf die Datenschutz-Regeln blicken.

Nach DSGVO-Einführung: Verbraucher gehen bewusster mit ihren Daten um

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von GMX und Web.de zeigt: Sechs Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung haben bereits 35 Prozent der Deutschen von ihren Rechten Gebrauch gemacht.

So haben 16 Prozent der Deutschen bereits Unternehmen aufgefordert, ihre Daten zu löschen oder nicht weiter zu verarbeiten. Auskunft über gespeicherte Daten haben 11 Prozent verlangt. Jeweils 9 Prozent haben von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch gemacht oder eine Kopie der gespeicherten Daten angefordert.

Die im Zuge der DSGVO eingeführten Cookie-Hinweise auf Webseiten sorgen allerdings für Frust bei den Verbrauchern: 38 Prozent der Deutschen sind davon genervt. 37 Prozent der Befragten lehnen alle Cookies ab, wenn dies möglich ist. 22 Prozent ändern ihre Cookie-Einstellungen und 21 Prozent akzeptieren alle Cookies mit einem Klick.

Insgesamt hat die Einführung der DSGVO das Bewusstsein für den Datenschutz geschärft.

Hoher DSGVO-Aufwand bringt Unternehmen auch Vorteile

Auch auf Seiten der Unternehmen werden die Vorteile der Datenschutzgrundverordnung gesehen.

Laut einer repräsentativen Befragung des ZEW Mannheim unter rund 1.350 Unternehmen in Deutschland (März 2024) geben 41 Prozent der Unternehmen an, dass sie ihre Prozesse überprüft und optimiert haben. In 28 Prozent der Unternehmen wurden in diesem Zuge die Verfahren zur Verarbeitung von Daten standardisiert. Für ein Viertel der Unternehmen hat die DSGVO zu einer erhöhten Rechtssicherheit geführt. Gestiegen ist auch der Anteil der Unternehmen, die durch die DSGVO von einem Vertrauenszuwachs der Kundinnen und Kunden ausgehen (von zwölf auf 20 Prozent im Vergleich zur letzten Befragung 2020).

Zur Wahrheit gehört aber auch: Der aktuelle Aufwand für die Einhaltung der DSGVO wird von der Mehrzahl der Unternehmen als hoch eingestuft. Darüber hinaus berichtet über die Hälfte der Unternehmen von zusätzlichen Kosten für Mitarbeiterschulungen und einem gestiegenen Bedarf an externer Beratung.

Denn eine fehlerhafte Umsetzung kann teuer werden. Schwere Datenschutzverstöße werden seit Einführung der DSGVO in der EU mit deutlich höheren Bußgeldern geahndet. Allein gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta wurde im Jahr 2023 eine Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verhängt.

Lese-Tipp: Die fünf höchsten Bußgelder im April 2024

6 Jahre DSGVO: Der Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz bringt neue Herausforderungen mit sich. Ob der Datenschutz Chancen eröffnet oder bremst, hängt weniger von den Regeln selbst als von der Art und Weise ab, wie mit ihnen umgegangen wird. Doch Datenschutz ist notwendiger denn je.

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